Churfirstliche 3 Tage

„Rund um die Churfirsten“ war als herbstliche 3-Tagestour vom 8.-10. September angesagt. Für so ein Vorhaben in Höhen über 1000 Meter braucht man gutes Wetter mit erträglichen Tempera-turen. Nicht zu warm und auch nicht zu kalt mit herrlicher Bergsicht war es schließlich - es hatte den Anschein, dass Petrus einiges gut machen wollte. Denn zwei Jahre vorher hatte er bei der ersten Auflage der Tour so ein Sauwetter präsentiert, dass wir am zweiten Tag abbrechen mussten.

Beim zweiten Anlauf starteten wir wieder von der Haustür, fahren dem See entlang Richtung Rheinmündung. Durch die Rheinauen und entlang den Bergen, welche die schweizer Rheintal-hälfte säumen, gelangen wir kurz vor Buchs zum in seiner Holzbauweise einmaligen mittelalterli-chen Kleinod Werdenberg.
Von den 13 Teilnehmern entschieden sich sechs dafür, nach bereits 90 km Tagesleistung das Tagesziel Wildhaus mit weiteren 11 km und 600 Höhenmeter zu erklimmen. Echt sportlich. Die Alternative: Nach Voranmeldung bringt ein Postbus Gruppen gerne nach Wildhaus. Im Natur-freundehaus trafen wir uns zur Übernachtung.

Der nächste Morgen begann mit einem zünftigen Frühstück, Sonnenschein und einer herrlichen Sicht auf die Churfirsten und den Säntis. Die schmucken toggenburgischen Bauernhäuser be-gleiten unsere Fahrt, die zunächst 30 km bis kurz vor Wattwil bergab ging, um die Thur über den Rickenpass in Richtung Süden zu verlassen. Als kleiner Pass mit gerade 170 Höhenmeter stellt sich der Rickenpass heraus, doch die Aussicht auf den Züricher See und das weitläufige Alpen-panorama ist großartig. Wieder bergab - ca. 340 Höhenmeter - lassen wir kräfteschonend die schöne Landschaft auf uns einwirken, ohne uns im markanten Klosterbau der Prämonstratenser-Schwestern über Gommiswald eine gemütliche Brotzeit entgehen zu lassen. Im Linthtal fahren wir weiter entlang des Linthkanals zwischen Züricher See und Walensee, einer der Kanäle, der in der Schweiz die Wasserstände verschiedener Seen reguliert.
Am Walensee angekommen treffen Gegensätze aufeinander: Die Idylle am See mit den kühn darüber aufragenden Churfirsten existiert neben einer wichtigen Verkehrshauptschlagader in Ost-West-Richtung. Für Radler wird die Route deshalb teilweise abseits der Straße entweder über Terrassen über dem Seeufer oder auch in Tunnels geführt. Wir fahren durch Walenstadt und erreichen planmäßig nach 90 Kilometer das Städtchen Mels, wo wir im Gasthof Kreuz eine ange-nehme Unterkunft beziehen.

Am dritten Tag bringt uns nach Sargans der komfortable Radweg auf dem Rheindamm schnell voran. Mit einem kleinen Abstecher nach Vaduz geben wir dem Fürst von Liechtenstein noch die Ehre, und in der Folge steht der Dammradweg im Mittelpunkt und öffnet eine neue Perspektive über diesen gewaltigen Strom, wie er in den vergangenen hundert Jahren gebändigt wurde. Auch der dritte und letzte Tag zurück an den Bodensee war mit 100 Kilometern gut ausgefüllt.

Diese Fahrt zeigte uns, dass man auch vom Bodensee aus in unserer wunderschönen Nachbar-schaft Interessantes erradeln kann. Zur Nachahmung empfohlen!

Wem das Rheintal zu lang ist oder wer die Tour an einem Tag fahren will, dem sei die Anfahrt per Bahn von Lindau nach Buchs mit dem Vorarlbergticket (15,- DM pro Tag) empfohlen.
Velotransport (nur Gruppen) von Buchs nach Wildhaus: Anmeldung unter Tel. 0041/(0)71/9941847
Weitere Infos sind erhältlich bei den regionalen Informationsstellen:
Wildhaus Tel. 0041/(0)71/2273737 oder Walensee Tel. 0041/(0)81/7353248 oder natürlich beim Tourenführer Manfred Storz Tel. 07541/6127

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