Vom Biwa-See zum Bodensee

Verkehrspolitik Presseinfo

ADFC empfängt Besuch aus Japan in Friedrichshafen

Im Rahmen seiner Deutschlandreise besuchte Yoshikazu Fujimoto, Präsident der japanischen Fahrradinitiative „Wanokuni Lake Biwa Cycling Promotion Council“, auch den Bodensee. Um sich über den Fahrradtourismus und die Fahrradinfrastruktur zu informieren, traf er sich in Friedrichshafen mit Bernhard Glatthaar vom ADFC Bodenseekreis. Journalist Masahiro Matsuda begleitete Herrn Fujimoto als Übersetzer.

Der Biwa-See ist der größte See in Japan und 1,3-mal so groß wie der Bodensee. Die Fahrradinitiative von Fujimoto besteht seit 2009 und möchte am Biwa-See die Fahrrad- und ÖPNV-Nutzung voranbringen. Im Mittelpunkt steht dabei die Planung der touristischen Radwege, aber auch die Publikation von Karten und Werbebroschüren. Das Fahrrad hat in Japan nicht den Stellenwert wie in Deutschland, vor allem im Alltag wird das Fahrrad noch selten genutzt.

Fujimoto zeigte vielfältiges Interesse an der Fahrradinfrastruktur am Bodensee, am Tourismusmarketing und an der Zusammenarbeit der Verbände mit den Behörden bei der Konzeption von Verbesserungen im Radtourismus. Auch mögliche Konflikte zwischen Radtouristen und Einheimischen brachte er zur Sprache. Die Frage nach herausragenden Beispielen für Radinfrastruktur am Bodensee-Radweg im Bodenseekreis war für den ADFC-Vertreter schwer zu beantworten. Aus Sicht des ADFC fehlen im Bodenseekreis Vorzeigeprojekte wie zum Beispiel der Kaiserstrand in Lochau oder die Radbrücke über die Bregenzer Ach in Hard.

Bei einer kleinen Radtour durch Friedrichshafen zeigte Glatthaar den beiden japanischen Gästen einige „Höhen und Tiefen“ im Radwegenetz. Das Chaos auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg in der Friedrichstraße sprach für sich selbst und beantwortete die Frage von Herrn Fujimoto nach dem Konfliktpotential des Bodensee-Radweges. Danach radelten die Fahrradaktivisten auch zu positiven Beispielen wie den Fahrradmietboxen am Stadtbahnhof, dem Veloring sowie den Kreisverkehren und Radwegen an der Ehlersstraße.

Fujimoto war auch an der Arbeit des ADFC interessiert und ließ es sich nicht nehmen, an einer geführten Radtour teilzunehmen. Bei der Radtour „Fünf Schlösser“ mit ADFC-Tourenleiter Otto Remmert lernte er am Seehasensonntag bei bestem Radlerwetter nicht nur das schöne Bodenseehinterland kennen, sondern auch Geschichtliches über die Schlösser in Langenargen, Wasserburg, Achberg, Gießen und Tettnang.


Bernhard Glatthaar vom ADFC begrüßt in Friedrichshafen Yoshikazu Fujimoto (Mitte), Präsident der japanischen Fahrradinitiative „Wanokuni Lake Biwa Cycling Promotion Council“, und Journalist Masahiro Matsuda.
Bild: G. Schulte-Hoppe.


Bei einer Radtour durch Friedrichshafen zeigte Bernhard Glatthaar (rechts) Yoshikazu Fujimoto unter anderem die Kreisverkehre an der Ehlersstraße mit ihrer besonderen Radverkehrsführung.
Bild: M. Matsuda


Yoshikazu Fujimoto am Schloss Achberg bei der ADFC-Radtour "Fünf Schlösser".
Bild: B. Glatthaar

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