Kinder haben ein Recht auf die Teilnahme am Straßenverkehr

Presseinfo

 Der zunehmende Autoverkehr habe erhebliche Einschränkungen im  Bewegungsspielraum der Kinder gebracht, sagt Karl Honnen, ADFC-Kreisvorsitzender.

Dabei brauchen Kinder verkehrsarme Bereiche, um Fahrradfahren zu lernen. Karl Honnen ist Vorsitzender des Fahrrad-Clubs ADFC im Bodenseekreis und sagt: "Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf die Teilnahme am Straßenverkehr. Dies wird allerdings selbst bei Rad- und Fußgängerkonzepten meist nicht berücksichtigt." Wichtig aus Kindersicht seien möglichst gleichartige Verhältnisse in Wohngebieten, also flächendeckend Tempo 30 und Rechts-vor-Links-Regelungen. "Dass Breitenmaße für Radwege eingehalten werden, ist nur eine Grundvoraussetzung für den Fahrradverkehr. Im Bereich von Schulen sollten Zuschläge zu den Standardbreiten die Regel sein." Ist Fahrradfahren denn noch genauso wichtig für Kinder wie früher? "Fahrradfahren ist schon immer die wichtigste Form der Mobilität für Kinder gewesen. Die selbstständige Erkundung der weiteren Umgebung, die eigenständige Fahrt zur Schule, der Kontakt mit dem Freundeskreis, ohne Fahrrad hätte ein Großteil der Kinder an starken Einschränkungen zu leiden", sagt Karl Honnen. Im Gegensatz zu früher sei die Bedeutung des Fahrrads eher gestiegen und die Möglichkeiten Radfahren zu lernen hätten sich verbessert. "Ganz neue Arten der sportlichen Aktivitäten mit dem Fahrrad sind entstanden. Allerdings hat der zunehmende Autoverkehr auch erhebliche Einschränkungen im Bewegungsspielraum der Kinder gebracht", bedauert der ADFC-Kreisvorsitzende. Insgesamt glaubt er aber, "dass die Kinder heute den gestiegenen Herausforderungen gewachsen sind." Nachholbedarf ist Honnen zufolge nicht an bestimmten Verhaltensweisen der Kinder zu erkennen, sondern in seiner Gesamtheit einzuschätzen. "Wichtig ist zu beachten, dass die Wahrnehmungs- und Reaktionsleistungen der Kinder noch nicht denen der Erwachsenen entsprechen. Es fällt ihnen schwer, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Und wegen der geringeren Körpergröße können sie auch nicht über Autos Bodenseekreis hinwegsehen", sagt Honnen. Helfen sollen Übung und Beobachtung. "Am besten in Bereichen, wo Rücksicht auf Kinder genommen wird und zu erwarten ist, dass Autofahrer jederzeit mit spontanen Reaktionen von radfahrenden Kindern rechnen." Mit viel Übung in geschützten Räumen könnten Eltern die Grundlage schaffen, "dass die Kinder sich dann ab etwa sechs Jahren in Begleitung Erwachsener sicher im Straßenverkehr bewegen können". Der ADFC biete eine Fülle von Informationsmaterial von Hinweisen für die ersten Lernanfänge über den Fahrradkauf bis hin zu Tipps für den Schulweg oder Familienausflüge mit dem Fahrrad. "Einzelne Ortsverbände haben auch spezielle Aktionen im Programm, zum Beispiel eine ADFC-Familienrallye, auf der Eltern und Kinder eine abgesteckte Strecke von etwa zehn Kilometern gemeinsam zurücklegen", berichtet Honnen.

© ADFC BW 2021