Der Spätzlemotor

 

 

Für den Personentransport werden weltweit täglich ein bis zwei Tonnen Metall und Kunststoff - pro Person - in Bewegung gesetzt, durch einen Motor mit endlichen Energieträgern angetrieben, dessen schlechter Wirkungsgrad jeden Käufer abschrecken würde, wenn er ihn kennen würde.

Dieses überdimensionierte Transportmittel heißt Auto. Bei genauem Hinsehen wird klar: Diese Technik führt langfristig in die Sackgasse. Der Ausweg aus dem Dilemma braucht 30- bis 50-mal weniger Energie, erneuerbare Energie in Form von Nahrungskalorien wohlgemerkt! Es ist das Fahrrad.

Aber: Autos sind schneller als Fahrräder.
Zu kurz gesprungen. Wenn man die Zeit berücksichtigt, die man braucht, um sein Auto und dessen Unterhalt zu "verdienen", reduziert sich die Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos auf 20 km/h. Da hält das Fahrrad mit.

Aber: Für lange Strecken brauche ich das Auto.
Tja, aber nur ein Bruchteil der Strecken mit dem Auto sind Langstrecken. Die Bahn hat eine fünfmal bessere Energieeffizienz als das Auto.

Aber: Wenn man mal was transportieren muss?
Stimmt, manchmal wird's schwierig, aber dafür stehen Lieferdienste zur Verfügung, die weniger Energie benötigen als der Autoverkehr.

Der Mobilitätsexperte weiß: Den emotionalen Aspekt des Autofahrens darf man nicht übersehen, denn nahezu untrennbar scheinen Lebensentwürfe an das eigene Auto gebunden zu sein. Und zum öffentlichen Verkehr gibt es neben berechtigten Einwänden viele Vorurteile, die meist auf Unkenntnis beruhen.

Elektrizität, Wasserstoff, Biomasse, moderne Werkstoffe und Verkehrstelematik sind einige der Schlagworte, die man hört, wenn man über die Verkehrsprobleme und Rohstoffknappheit der heutigen und kommenden Jahre diskutiert. Sie werden gerne als die Lösung aus dem Schlamassel propagiert.

Das auf endlichen Energievorräten basierende gefräßige Verkehrssystem wird globale Konflikte und Probleme verursachen, die wir uns heute noch nicht vorstellen. Doch Lösungen stehen schon heute bereit. Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der Zukunft.
 
(Bernhard Glatthaar)

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