Interview mit Sabine Reiser

Sabine Reiser, im Landratsamt Dezernentin für Sicherheit und Ordnung und verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit.
In unserer Interviewreihe mit Persönlichkeiten, die zum Thema Radfahren was zu sagen haben, beantwortet Frau Reiser Fragen von Bernhard Glatthaar.

ADFC: Frau Reiser, welchen Vorteil des Fahrradfahrens schätzen Sie persönlich?

Reiser: Am Radfahren schätze ich besonders die sportliche Betätigung in der frischen Luft, in der freien Natur unserer wunderbaren Bodenseelandschaft. Radfahren ist zudem eine sehr gesellige und umweltbewusste Freizeitgestaltung.

ADFC: Sie sind verantwortlich für die Verkehrssicherheit auf den Straßen des Bodenseekreis. Bei welcher Radverkehrsanlage sehen Sie besonderen Handlungsbedarf, welche halten Sie für vorbildlich?

Reiser: Vorbildlich wäre, wenn wir im Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes Bodenseekreis eine Fahrradstraße hätten. Leider ist dies bislang nicht der Fall. Auch die Radverkehrsführung auf baulich angelegten beidseitigen Radwegen (beschildert nach Zeichen 237 StVO) würde ich als vorbildlich ansehen. Solche Radverkehrsanlagen sind aber mangels erforderlicher Verkehrsflächen und finanzieller Mittel kaum mehr zu realisieren.

Handlungsbedarf sehe ich hauptsächlich dort, wo die bestehenden Radverkehrsführungen mit den Regelungen der Radfahrnovelle und dem tatsächlichen Verkehrsverhalten und Radverkehrsaufkommen in Einklang gebracht werden müssen. Der direkt am Bodenseeufer entlang der L201 zwischen Meersburg und Unteruhldingen verlaufende Gehweg mit RadfahrerfreiRegelung ist so ein Beispiel. Auf diesem Streckenabschnitt sind in den Sommermonaten unzählige Radtouristen, sportlich ambitionierte Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Zudem ist die L201 eine wichtige Verkehrsverbindung zur Fähre in Meersburg. Nicht zu vergessen ist auch der ÖPNV, mit täglich ca. 100 Busfahrten auf dieser Strecke. Es ist sehr schwierig, ja teilweise unmöglich, den unterschiedlichen Interessen der einzelnen Verkehrsarten und -teilnehmer in gerechter Weise Rechnung zu tragen.

ADFC: Was raten Sie dem ADFC für seine verkehrspolitische Arbeit im Bodenseekreis?

Reiser: Ich halte es für sehr wichtig, dass sich der ADFC als Verein und Interessenvertretung für die Belange des Radverkehrs im Bodenseekreis einsetzt. Der ADFC sollte seine Interessen deshalb auch weiterhin mit soviel Engagement wie bisher verfolgen, auch wenn manche Vorschläge nicht immer so umsetzbar sind wie sich der ADFC dies wünscht.

(2001)

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