Friedrichshafen

Ist Friedrichshafen fahrradfreundlich?

Verkehrspolitik

Zwei mögliche, gegensätzliche Meinungen:

Ja,

Nein,

  • denn die Häfler fahren gerne Rad. Sie benutzen für 25 % ihrer Wege in Friedrichshafen das  Fahrrad.
  • denn viele Radler fühlen sich auf den Straßen und Radwegen in Friedrichshafen nicht sicher.
  • denn die Stadt Friedrichshafen fördert seit vielen Jahren den Radverkehr: 2001 wurde das Metron-Radverkehrskonzept beschlossen, 2013 folgte das VIA-Radverkehrskonzept.
  • denn es wurden bisher vorwiegend die einfach zu realisierenden Maßnahmen umgesetzt. Große Problemstellen wie der Colsmanknoten oder die Friedrichstraße sind nach wie vor ungelöst.
  • denn die Stadt Friedrichshafen hat für den Doppelhaushalt 2016/2017 jeweils eine halbe Million Euro jährlich für den Radverkehr geplant.
  • denn das Radverkehrs-Budget wurde von der Verwaltung für 2016/2017 auf ein Viertel reduziert. Erst durch Fraktionsanträge wurde es wieder erhöht.
  • denn mit dem Veloring wird ab 2017 ein großes Projekt für den Radverkehr umgesetzt. Und ein Radschnellweg entlang der Südbahn ist in Planung.
  • denn der Veloring entfaltet seine Wirkung erst mit dem westlichen Abschnitt vom Colsmanknoten bis nach Manzell, dessen Trassenverlauf noch völlig ungeklärt ist.
  • denn die geplante Radbrücke vom Metzquartier über die Millionenschlucht zur Sedanstraße ist ein wichtiger Lückenschluss für den Radverkehr.
  • denn die 2,2 Mio. Euro teure Brücke dient vor allem der Belebung des Fränkel-Quartiers durch Fußgänger, sie hat keine wichtige Funktion für den Radverkehr.
  • denn 2015 und 2016 wurden zahlreiche Markierungen erneuert sowie Belagsverbesserungen aufgebracht. Am Stadtbahnhof wurde ein Wegweiser aufgestellt.
  • denn viele kleine Verbesserungen wie Änderungen von Wegweisern oder Ergänzungen von Fahrradständern dauern (zu) viele Jahre bis zur Umsetzung.
  • denn im Radverkehrskonzept wurden auch Verbesserungen für Radfahrer an Baustellen definiert. Radfahrer bekommen an Baustellen eigene Spuren oder ausgeschilderte Umleitungen.
  • denn bei Baustellen werden Radfahrer oftmals nicht sicher geführt. Beispiel 2015/2016: Die chaotische Baustellenführung an der Karlstraße während der Renovierung der Antonius-Tiefgarage.
  • denn die Stadt investiert in hochwertige Radwegbauten, zum Beispiel an der umgebauten Montfortstraße oder dem Radweg an der Ailinger Straße.
  • denn die neuen Pflasterbeläge – zuletzt in der Ailinger Straße neu eingebaut – sind nicht so eben wie Asphalt und haben einen höheren Rollwiderstand.
  • denn die Stadt hat 2016 ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärkt, zum Beispiel durch Presseberichte und Aktionen, die von der AGFK unterstützt werden.
  • denn seit Jahren fehlt eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit für das Radfahren. Es fehlen vor allem nachhaltig wirksame Projekte und Kooperationen.
  • denn die Stadt arbeitet im Verkehrsentwicklungsplan an einer Verkehrsberuhigung der Friedrichstraße, auch um dem Radverkehr mehr Platz einzuräumen.
  • denn eine politische Mehrheit und vor allem viele Einzelhändler wollen weiterhin die Durchfahrt des Kfz-Verkehrs in der Friedrichstraße und der Innenstadt erhalten.
  • denn die Stadt erarbeitet einen Verkehrsentwicklungsplan und bezieht im integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) die Bürger ein.
  • denn es fehlt ein städtisches Mobilitätskonzept. ISEK wird die geweckten hohen Erwartungen der Bürger womöglich nicht erfüllen können.
  • denn der Oberbürgermeister macht jedes Jahr eine Bürger-Radtour durch die Stadt.
  • denn die Bürgermeister nutzen das Fahrrad im Alltag und auf Dienstwegen viel zu wenig.
  • denn es gibt viele öffentliche Fahrradabstellanlagen, auch an Schulen werden sie zunehmend renoviert. Der Gemeinderat hat beschlossen, am Stadtbahnhof ein Fahrradparkhaus zu bauen.
  • denn viele Fahrradabstellanlagen sind chronisch überfüllt, z.B. am Franziskusplatz oder K42. Die Stadt hatte bis 2015 eine Fahrrad-Stellplatzrichtlinie, dann wurde sie  ohne Grund außer Kraft  gesetzt.
  • denn 2016 durften Radfahrer außerhalb der Öffnungszeiten ihr Fahrrad durch den Weihnachtsmarkt schieben. Es wurden außerdem Umleitungen ausgeschildert.
  • denn seit 2014 hatte die Stadt das Problem ignoriert, dass während des Weihnachtsmarktes die Innenstadt vier Wochen lang für Radfahrer nicht passierbar war.
  • denn der Stadtbahnhof wird bei der geplanten Modernisierung ab 2019 an den Bahnsteigen Aufzüge bekommen.
  • denn die DB und Stadt sind nicht bereit, wichtige Ergänzungen wie Rampen und größere Aufzüge zu finanzieren.

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