Offener Brief zu Sandweiers "Grüner Einfahrt"

Verkehrspolitik

In einem Offenen Brief an Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen fordert der Kreisvorsitzende des ADFC Baden-Baden Verbesserungen an Sandweierer "Grüner Einfahrt".

Guten Tag Frau Mergen,

Sie sagten mir sinngemäß, jedes Amt müsse selber in seinem Zuständigkeitsbereich erkennen, was gut ist für Radfahrende.

Darf ich Sie bitten, dies Ihrem Gartenamt mit auf den Weg zu geben.

Ausgerechnet im RadNETZ BW entlang der „Grünen Einfahrt von Sandweier“ von der Richard-Haniel-Straße kommend ab der Holzbrücke bis zur Rheintalhalle und weiter bis Große Straße beim Restaurant Blume: Statt 2,50 m Breite ist der Weg nur noch 1,30 m breit. Dies ist für einen Zwei-Richtungs-Rad- und Fußweg keiner deutschen Norm entsprechend. Ich habe den Eindruck, die Mitarbeiter hatten den Auftrag, 1,30 m im Hin- und Rückweg zu erstellen und dann hat keiner kontrolliert, dass die das in zwei Richtungen herstellen.

Besonders auffällig ist dies an der Brücke: Nicht mehr diese ist der Engpass, sondern der Weg danach.

Bitte veranlassen Sie, dass die Mindestmaße für diesen Weg kurzfristig hergestellt werden.

Oder als Tipp: Beantragen Sie Zuschüsse, um diese wassergebundene Decke zu asphaltieren, dann beteiligt sich das Land zu mind. 50 % an den Kosten und in den Folgejahren ist der jährliche Unterhalt nicht mehr so teuer.

In gespannter Erwartung Ihrer Rückmeldung verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Ralph Neininger
ADFC Baden-Baden·Bühl·Rastatt 


Soweit der Brief. Hier einige Informationen zum Hintergrund:

Vor vielen Jahren wurde die Strecke angelegt und damals war die Brücke ein ärgerlicher, aber kurzer Engpass. Heute ist die Brücke immer noch genau so eng, aber der anschließende Weg ist noch schmaler. Nicht nur auf ein kurzes Stück. Nein, auf die komplette Länge, bis vorbei an der Rheintalhalle und zur Großen Straße.

Während es dem Gartenamt gelingt, in der Gönneranlage die Hecken zentimetergenau im Lot zu halten, wachsen hier dezimeterweit die Grasnarben von außen in den Weg. Begegnungsverkehr ist nur möglich, wenn beide Richtungen auf dem Gras unterwegs sind.

Mit großem Befremden haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass alle Parteien (außer den Grünen) einen Radverkehrsbeauftragten nicht für nötig halten.

Auch die OB meint, es richtet sich alles von alleine. Dabei verkennt sie, dass die Mängel aus dem Radverkehrskonzept 2013 seit Jahren nicht abgearbeitet werden. Wie soll Baden-Baden fahrradfreundlich werden, ohne diese Hausaufgaben anzugehen?

Für die Freihaltung dieses Weges im Stadtteil Sandweier ist kein Geld da? Hier wird unverständlicherweise von den Politikern und von der Oberbürgermeisterin der Schwerpunkt nicht auf Fahrradförderung gelegt. Wollen wir wirklich fahrradfreundlich werden?


Hier die Antwort des Bürgermeisters:

Sehr geehrter Neininger,

ich danke Ihnen für Ihre Beschreibungen per email zum Fuß- und Radweg nach Sandweier an unsere Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Darin merken Sie an, dass der von Ihnen beschriebene Weg nur noch 1,30 m breit sei und äußern den Eindruck, Mitarbeiter hätten aufgrund fehlender Kontrolle nur eine Richtung hergestellt. Auf Grund des Urlaubs von Frau Mergen erlaube ich mir Ihnen zu antworten.

Dieser Fuß- und Radweg weist in weiten Teilen eine Breite zwischen 1,80 und 2,00 m auf und ist nur an einzelnen Stellen auf 1,30 m eingewachsen. Ihre Mitteilung, dieser Weg sei nur noch 1,30 m breit erweckt dabei einen falschen Eindruck. Ihre weiterer Eindruck, meine Mitarbeiter hätten sogar auf Grund fehlender Kontrolle anstelle zwei Richtungen nur eine Richtung erstellt, entbehrt dabei völlig jeglicher Grundlage.

Ich kann Ihnen stattdessen mitteilen, dass der wassergebundene Fuß- und Radweg ursprünglich deutlich breiter und meist mit einer Breite von ca. 2,50 m hergestellt wurde. Auf Grund einer zu geringen Frequentierung wuchsen mit den Jahren die angrenzenden Grasnarben von beiden Seiten ein, was zu den Verschmälerungen des Weges führte. Der tragfähige Wegeunterbau ist dabei immer noch vorhanden.

Natürlich wäre es wünschenswert, die Wegebreite generell zu vergrößern, um eine bessere Begegnung von Radfahrern zu ermöglichen. Das Fachgebiet Park und Garten hält jedoch die aktuelle Wegebreite grundsätzlich für ausreichend, zumal ein Befahren der mit Gras bewachsenen und befestigten Randflächen im Bedarfsfall auch möglich sein sollte.

Ihrem Wusch zur kurzfristigen Wiederherstellung der Wegebreite kann ich nicht entsprechen. Denn auf Grund der Länge des Weges hat für eine kurzfristige Instandsetzung und Wiederherstellung der Breite das Fachgebiet Park und Garten momentan weder personell noch finanziell die Möglichkeit. Ihr weiterer Vorschlag zur Asphaltierung des Weges halte ich derzeitig für nicht sinnvoll und ökologisch für fragwürdig. Um eine Verbesserung zu erreichen, sehe ich jedoch für den nächsten Doppelhaushalt 2022/23 die Möglichkeit Mittel für eine Instandsetzung der wassergebundenen Wegedecke einzubringen.

Ich bedauere, Ihnen keine kurzfristige Lösung anbieten zu können und hoffe auf Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Uhlig

Erster Bürgermeister der Stadt Baden-Baden


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