| Radverkehr vor Ort: Stuttgart-Mitte |
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An sich ist Stuttgarts Mitte gut per Rad zu erreichen. Vieles könnte aber besser gehen, wenn Stadtverwaltung und Gemeinderat notwendige Verbesserungen der Radrouten forcieren würden. Aus den verschiedenen Richtungen kommend sieht es wie folgt aus (Nummern s. Skizze unten): 1. Aus Stuttgart-West (über Reinsburgstraße): Seit ein paar Jahren ist es für Radfahrer möglich, von der Reinsburgstraße die Paulinenstraße kreuzend in die Marienstraße zu fahren. In Gegenrichtung gibt es keine entsprechende Fahrmöglichkeit. Die Öffnung der Marienstraße für den Radverkehr in Gegenrichtung wird vom Amt für öffentliche Ordnung abgelehnt. Erforderlich ist eine generelle Umgestaltung dieses Abschnitts, dadurch würde diese "Verlängerung der Königstraße" nicht nur für Radfahrer attraktiver. 2. Aus S-West (über Herzogstraße): Es ist erforderlich, eine Verbindung zwischen Herzogstraße und Rotebühlplatz einzurichten. Nachdem in Stuttgart-West endlich die Gutenbergstraße - eine Einbahnstraße- für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben wurde, wäre dies die logische Fortsetzung. Damit würde auch der Fahrradstreifen in der Theodor-Heuss-Straße besser an das Radverkehrsnetz in Stuttgart-West angeschlossen. Trotz aller Unzulänglichkeiten wie der knappen Breite und dem Ende vor dem Kleinen Schlossplatz ist er ein großer Fortschritt für den Radverkehr in Stuttgart. 3. Aus Stuttgart-Nord (über Seestraße): Hier benutzte man den Weg hinter dem Katharinenhospital, bevor dort die Baustelle für das Olgahospital und die Frauenklinik eingerichtet wurde. Derzeit besteht eine umwegige Umleitung über den Herdweg und die Kriegsbergstraße. Wir legen großen Wert darauf, dass baldmöglichst ein echter Ersatz für den weggefallenen Weg angeboten wird. 4. Aus S-Nord (Heilbronner Straße): Der Radweg längs der Heilbronner Straße ist sehr umständlich (Unterbrechung an der Türlenstraße, Wechsel der Straßenseite auf Höhe der Jägerstraße). Im weiteren Verlauf der Route ist die Querung des Arnulf-Klett-Platzes zur Lautenschlagerstraße aufgrund der Ampelschaltung sehr zeitaufwändig (Warten auf der Mittelinsel). In Gegenrichtung kann der Arnulf-Klett-Paltz nur über den Umweg Lautenschlagerstraße erreicht werden; sowohl in der Friedrichstraße als auch in der Kriegsbergstraße ist der entsprechende Abschnitt für Radfahrer verboten. Erforderlich sind durchgängige Radverkehrsanlagen auf beiden Seiten der Heilbronner Straße und einfache und zügig befahrbare Querungsmöglichkeiten des Arnulf-Klett-Platzes in die bzw. aus den verschiedenen Richtungen. 5. Aus S-Nord (Nordbahnhofstraße) oder aus S-Ost (Untere Anlagen): Derzeit führt die Route aus S-Nord an der Wolframstraße unter den Eisenbahnbrücken hindurch zur Cannstatter Straße und in den Park. Sie trifft in den Mittleren Anlagen auf den Tallängsweg, der von Bad Cannstatt und den Unteren Anlagen in die Innenstadt führt. Wäre es nach einigen Beamten im Denkmalschutzamt und im Amt für öffentliche Ordnung gegangen, dann wäre diese wichtige Verbindung verloren gegangen. Über den Ferdinand-Leitner-Steg wollte das Ordnungsamt den Radverkehr nur noch erlauben, wenn das Geländer erhöht würde, was das Denkmalamt ablehnte. Erst großer Druck seitens der Fahrradfahrer bewegte das Ordnungsamt dazu, den Radverkehr hier doch nicht zu blockieren. 6. Aus S-Ost (über Neckarstraße): Es fehlt eine attraktive Alternative zur Route durch den Schlossgarten. Eine solche Alternative ist notwendig, um unnötige Konflikte zwischen Rad- und Fußgängerverkehr zu vermeiden, zudem ist das Befahren des Parks bei Nacht gefährlich. Die Neckarstraße kann trotz der Tempo-30-Regelung nicht als sehr attraktiv angesehen werden. Auch im Bereich zwischen Neckartor und Charlottenplatz gibt es keine attraktive Radverkehrsführung außerhalb des Schlossgartens. Am Charlottenplatz fehlt eine Querung der Planie für beide Fahrtrichtungen. 7. Aus S-Süd (über Bopser): Es ist eine verkehrsarme Alternative zur Hohenheimer Straße nötig. Dabei fehlt vor allem der Lückenschluss längs der Charlottenstraße zwischen Blumenstraße und Danneckerstraße. 8. Aus S-Süd (über Olgastraße): Es gibt diverse Überlegungen, den Wilhelmsplatz umzugestalten. Ein Kreisverkehr wurde erst verworfen, nun ist eine quadratische Verkehrsführung im Gespräch. In jedem Fall sollte der Radverkehr angemessen berücksichtigt werden. Im weiteren Verlauf der Route fehlt eine Radverkehrsführung in der Olgastraße bergauf. Ein Schutzstreifen ist sinnvoll, sofern er die Radfahrer nicht dazu verleitet, zu weit rechts und damit zu dicht an den parkenden Fahrzeugen vorbei zu fahren. In einem anderen Abschnitt der Olgastraße - zwischen Wilhelmstraße und Charlottenstraße - wäre aus unserer Sicht Tempo 30 eine gute Möglichkeit, das Rad fahren sicherer und angenehmer zu machen. 9. Aus S-Süd (über Marienplatz): Durch diverse Umgestaltungspläne ("Quartier S", möglicher Abriss der Paulinenbrücke) dürften in der Tübinger Straße etliche Veränderungen anstehen. Auch hier ist es wichtig, das der Radverkehr - es geht immerhin um den Tallängsweg - bei den Entscheidungen berücksichtigt wird. Gerade ein Abriss der Paulinenbrücke und damit eine neue Kreuzung mit dem City-Ring wäre trotz aller städtebaulichen Chancen ein großer Nachteil für die Radfahrer. Stand: Januar 2009 |