| Radverkehr vor Ort: Obere Neckarvororte |
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Die oberen Neckarvororte Untertürkheim, Obertürkheim, Hedelfingen und Wangen liegen am Neckartal-Radweg. Hier sind Verbesserungen geplant, insbesondere wird der Weg Richtung Bad Cannstatt künftig nicht mehr entlang der B10 geführt, sondern auf der anderen Neckarseite, wo bislang nur ein schmaler Weg am Daimler-Parkhaus entlang verlief. Doch aus unserer Sicht sollten auch abseits des Neckarradwegs - insbesondere als Verbindung zwsichen den Ortskernen - attraktive Routen geschaffen werden. Auch sonst sind innerhalb der Stadtteile zahlreiche Verbesserungen für den Radverkehr notwendig, um dieses umweltfreundliche, gesunde und platzsparende Verkehrsmittel zu fördern. Rechtes Neckarufer Dringenden Verbesserungsbebedarf gibt es am Radweg zwischen Untertürkheim und Bad Cannstatt entlang der Augsburger Straße. Der Abschnitt zwischen Dietbachstraße und Beim Herzogenberg ist geradezu ein Paradebeispiel für einen schlechten Radweg; alle paar Meter gibt es gefährliche private oder gewerbliche Ausfahrten, auch die direkte Führung an Hauseingängen vorbei ist kritisch. Zudem ist der Weg holprig und schmal. So lange keine bessere Führung möglich ist, sollte er zumindest nicht als Geh- und Radweg, sondern Gehweg mit Zusatzschild "Fahrrad frei" beschildert werden. Der Unterschied ist, dass Radfahrer dann auch auf der Straße fahren dürfen. Allerdings gilt auf dem Weg damit Schrittgeschwindigkeit. Besser wäre daher eine Radverkehrsführung, die von den Radlern gerne und gefahrlos benutzt wird. Der Radweg an der Benzstraße ist zum größten Teil vorbildlich. Aber in dem kurzen Abschnitt zwischen Duttenhoferstraße und Gaggenauer Straße verengt sich der Weg. Zwar ist der Abschnitt mit Gehweg / Fahrrad frei beschildert - hier dürfen Radfahrer auch die Fahrbahn benutzen - doch wer möchte schon für einen solch kurzen Abschnitt zweimal die Straße queren, wenn er diese Stelle an der linken Straßenseite erreicht? Es ist erforderlich, eine Spur der überbreiten Straße für den Radverkehr umzuwidmen. Die Ortskerne von Untertürkheim und Obertürkheim können auf der Augsburger Straße gut per Rad durchquert werden, seit dem die Abschnitte mit Einbahnstraßenregelung für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben wurden. Zwischen den Orten wurde 2008 ein neuer Radstreifen eingerichtet. Solche auf die Straße aufgemalte "Radwege" haben gegenüber Bordsteinradwegen den Vorteil, dass Radfahrer an Einmündungen und Einfahrten besser als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden. Auch Konflikte mit Fußgängern sind so nahezu ausgeschlossen. Für die Gegenrichtung wird wie früher der gemeinsame Geh- und Radweg an der Hangseite benutzt, was bei geringem Fußgängeraufkommen kein Problem ist. Der Weg hat aber eine Engstelle, die dringend beseitigt gehört. Und wie geht's auf der Augsburger Straße weiter nach Mettingen? Im Abschnitt zwischen der Asangstraße und der Brücke In den Stegwiesen halten wir eine Geschwindigkeitsreduzierung für eine praktikable Lösung. Im weiteren Verlauf scheint die Straße so breit zu sein, dass die Einrichtung eines Radfahrstreifens kein Problem sein dürfte. Linkes Neckarufer An der Ulmer Straße zwischen Stuttgart-Ost und Wangen halten wir Radfahrstreifen für ein gutes Mittel, eine sichere Radverkehrsführung zu gewährleisten. Die Führung über die Nähterstraße ist zwar schöner, aber weniger alltagstauglich. Im Ortskern Wangens würde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h auf der Straße nicht nur den Radfahrern helfen, sondern würde den Ortskern für alle attraktiver machen. An der Hedelfinger Straße ist ab der Kemptener Straße der Gehweg für Radfahrer freigegeben. Die Freigabe beginnt aber erst nach der Kreuzung - wer aus der Kemptener Straße rechts einbiegt, muss erst an der Ampel warten, um dann nur ein kurzes Stück auf der Straße zu fahren. Besser wäre es, den Gehweg schon vor der Ampel in der Kemptener Straße freizugeben. Noch besser wäre ein Fahrradstreifen auf der Fahrbahn - dies gilt erst recht für die Gegenrichtung. Querverbindungen Bis vor Kurzem endete der Radweg aus Obertürkheim nach Hedelfingen an den Otto-Hirsch-Brücken ein Stück vor dem Hedelfinger Platz an der linken Straßenseite, ohne dass irgend eine Weiterführung oder eine Querungsmöglichkeit der Straße vorhanden war. Diese Lücke wurde zwar beseitigt, dennoch wäre es besser, man würde den Radverkehr hier richtungsbezogen führen, da linksfahrende Radfahrer an Einmündungen oft übersehen werden. Dazu ist ein Radfahrstreifen in Richtung Hedelfingen erforderlich. Zwischen Hedelfinger Platz und Heumadener Straße (Dürrbachplatz) wurde an der Rohrackerstraße ein Radfahrstreifen bergauf eingerichtet. Allerdings wurden die Bereiche um die Knotenpunkte ausgespart, um Nachteile für den Kfz-Verkehr zu vermeiden. Hier wäre mehr Mut der Entscheidungsträger angesagt gewesen. Verbesserungsbedürftig ist auch die Verbindung von Hedelfingen nach Lederberg und Heumaden. Die Heumadener Straße bzw. Hedelfinger Filderauffahrt ist aufgrund des Autoverkehrs sehr unattraktiv; ein Radweg ist erforderlich. Auch der Waldweg vom Katzenbach zu den Hinteren Weingärten hinauf nach Heumaden ist ungeeignet, da er in einem sehr schlechten Zustand ist. Er sollte dringend ausgebessert werden. Der Radweg an den Otto-Konz-Brücken endet vor der Kreuzung mit der Ulmer Straße. Es fehlt eine Ausleitung auf die Fahrbahn, die es den Radfahrern ermöglicht, gleichberechtigt mit den Autos in den gemischten Verkehr "einzufädeln". Nicht einmal eine Bordsteinabsenkung am Ende des Weges ist vorhanden. Eine schöne - wenn auch anstrengende - Route abseits des Neckartals ist der Wangener Höhenweg. Noch besser wär's ohne das Kopfsteinpflaster im oberen Bereich - vor allem wenn man abwärts fährt. Eine sehr gute Möglichkeit, den Radverkehr zu fördern, ist die Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung, so wie dies in zahlreichen Straßen in Ober- und Untertürkheim erfolgte. In Hedelfingen ist dies im innerörtlichen Teil der Heumadener Straße besonders wichtig. Das Ordnungsamt sieht aber ein erhebliches Gefahrenpotenzial an einer Engstelle. Hier müsste entweder auf ein paar Kfz-Stellplätze verzichtet werden oder man müsste eine ganz andere Lösung finden, zum Beispiel eine Aufhebung der Einbahnstraßenregelung an diesem Abschnitt und einer Unterbrechung der Straße für Kfz an der Engstelle, z.B. durch Abpollern. Auch in der Brauhofstraße und der Gärtnerstraße ist eine Öffnung für Radfahrer in Gegenrichtung sinnvoll. In Wangen sind die Ravensburger Straße und die Biberacher Straße zu nennen. Auch wenn von durchfahrenden Radlern je Richtung die entsprechende Straße genutzt werden kann, für dort wohnende Radfahrer wäre es allemal ein Vorteil, je nach Ziel gleich in die richtige Richtung starten zu können. Neckartal-RadwegZurück zum Neckartal-Radweg. Eine der wichtigsten Maßnahmen um diesen Weg attraktiver zu machen ist, den Weg am rechten Neckarufer zwischen dem Karl-Benz-Platz in Untertürkheim und der Daimlerbrücke zu verbreitern. Zwei Teilabschnitte sind fertig, das noch fehlende Stück zwischen Untertürkheim und dem Daimler-Parkhaus soll 2009 folgen. Erforderlich ist aber zudem eine direkte Querungsmöglichkeit des Karl-Benz-Platzes Richtung Bruckwiesenweg. Es ist ein großes Ärgernis, dass am Bruckwiesenweg der Radweg wegen einer Pappel für einige Meter zum Fußweg wird - damit ist die Weiterfahrt verboten. Es gäbe durchaus andere Möglichkeiten, die Umfahrung des Baumes zu regeln. Die meisten Fahrradtouristen passieren die oberen Neckarvororte, ohne die Orte selbst gesehen zu haben. Bessere Verbindungen vom Neckartal-Radweg in die Ortsmitten sind daher nötig, z.B. an der Brücke In den Stegwiesen. Am Weg vom Imweg zum Schillerweg sollte die Treppe durch eine fahrbare Rampe ersetzt werden. Zudem ist eine flächendeckende Radwegweisung erforderlich, die sowohl die Orte, die touristischen Sehenswürdigkeiten als auch die örtliche Gastronomie und den Handel - soweit für Fahrradtouristen von Interesse - einbezieht. Auch Informationstafeln am Neckartal-Radweg sind denkbar. Stand: Januar 2009 |