Radverkehr vor Ort: Degerloch

Degerloch hat gute Voraussetzungen für einen hohen Radverkehrsanteil. Sillenbuch, Möhringen und Vaihingen sind nahezu eben erreichbar, für den Rückweg aus dem Stuttgarter Talkessel steht die Zahnradbahn zur Verfügung. Um einen höheren Radverkehrsanteil zu bekommen, muss dem Radverkehr aber mehr Verkehrsfläche als bisher zugestanden werden.

Ein Beispiel ist die Strecke vom Albplatz Richtung Fernsehturm. An der beinahe flachen Route durch die Jahnstraße fehlt zwischen der Karl-Pfaff-Straße und dem Königsträßle eine Radverkehrsanlage, man muss entweder im dichten Autoverkehr fahren oder eine hügligere Strecke durch Nebenstraßen nehmen. Der Bau eines Radwegs an dieser Strecke ist geplant.

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Auf der Straße markierte Radstreifen sind grundsätzlich eine sehr gute Art der Radverkehrsführung - im Gegensatz zu gemeinsamen Geh- und Radwegen mit den bekannten Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Zudem werden Radfahrer von abbiegenden Autofahrern besser gesehen. Gründlich daneben ging die Einrichtung eines Radstreifens vor etlichen Jahren Jahren in der Reutlinger Straße. Der Weg führte unmittelbar an den parkenden Autos entlang, die Gefahr durch sich öffnende Autotüren machten ihn zum "Todesstreifen". Zum Glück wurde der Radstreifen wieder aufgehoben. Die beste Art, den Radverkehr sicherer zu machen, wäre hier die Einführung von Tempo 30.

Auch in der Albstraße wäre Tempo 30 eine geeignete Maßnahme. Es sind zwar Radwege bzw. für Radfahrer freigegebene Gehwege vorhanden, doch diese Radverkehrsführung ist mit dem Wechseln der Straßenseite verbunden und auch sonst nicht sehr attraktiv.

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Die Radwege und freigegebenen Gehwege in der Sigmaringer Straße und in der Epplestraße sind nur Stückwerk, stadtteileinwärts muss man mehrmals die Straße queren, wenn man streng legal fährt. Sollte es hier nicht möglich sein, durchgehende Verbindungen auf jeweils einer Straßenseite zu realisieren, so sollte zumindest die Benutzungspflicht der bestehenden Radwege aufgehoben werden, um das Radfahren auf der Straße zu legalisieren. Anzustreben sind aber durchgehende Radrouten bis nach Möhringen bzw. bis zur Plieninger Straße. In der Gomaringer Straße ist in Aufwärtsrichtung ein Radstreifen wünschenswert.

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Zwischen Degerloch und Hoffeld gibt es einen linksseitigen Radweg, der am Ortseingang von Hoffeld schon endet. Tempo 30 wäre eine sehr gute Lösung, die Route fortzusetzen.

Auch kleine Maßnahmen können viel für den Radverkehr beitragen. Die Einbahnstraßen Löwenstraße, Kleine Falterstraße und einige andere wurden für Radfahrer in Gegenrichtung geöffnet. Dies wäre auch für die Felix-Dahn-Straße und die Rubensstraße wichtig. Eine größere Maßnahme wäre die Schaffung einer Möglichkeit, die Epplestraße im Zentrum Degerlochs in Gegenrichtung zu befahren. Da sie keine kleine Tempo-30-Straße ist, ist es hier keineswegs mit dem Aufstellen von Verkehrszeichen getan.

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Eine interessante Route wäre an der Mittleren Filderstraße möglich: Ohne stärkere Steigung vom Körschtal bis zum Fernsehturm. Der Platz für einen Radfahrstreifen an der Straße ist vorhanden.

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Das Königsträßle stellt eine sehr schöne Verbindung für Radfahrer und Spaziergänger dar. Deshalb sollte eine vollzeitige Sperrung für den KfZ-Verkehr angestrebt werden, zumal es Alternativen für den Autoverkehr gibt. Eine Verbesserung für Radfahrer stellen die Anforderungstaster dar, mit denen man sich die benachbarte Fußgängerampel auf "grün" stellen kann.

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Ein weiteres Thema ist die Verbindung vom Talkessel nach Degerloch. Wichtig ist die Mitnahmemöglichkeit des Fahrrads mit den Stadtbahnen und der Zahnradbahn, die auch für Pendler geeignet ist. Noch besser wurde es im Juni 2002, als auf Druck des ADFC Baden-Württemberg in weiten Teilen des Landes die kostenlose Fahrradmitnahme eingeführt wurde. Bei der "Zacke" gilt diese sogar ganztägig.

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Die Wegweisung für Radfahrer ist verbesserungsbedürftig. Dies gilt insbesondere für den Albplatz, der Endhaltestelle der Zahnradbahn - hier fehlt für ankommende Radler jegliche Wegweisung.

Mit etwas Kondition kann man Degerloch von der Stadtmitte aus auch direkt per Rad erreichen. Die beste Steigungsverteilung weist die Neue Weinsteige auf - sonntag morgens durchaus eine zu empfehlende Route. Hier einen jederzeit gut brauchbaren Radweg zu bauen dürfte aber schwierig sein - denn das Problem ist nicht nur der direkte Konflikt mit Autofahrern, sondern vor allem der Lärm und die Abgase. Alternativ ist eine abendliche Beleuchtung des Waldweges zwischen Wernhaldenstraße und Melittastraße denkbar.

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Stand: Januar 2009