Radverkehr vor Ort: Bad Cannstatt

Schon vor etlichen Jahren wurde der Kappelbergtunnel (B14) gebaut. Dies führte zunächst zu einer Verringerung des Kfz-Verkehrs auf der Trasse der alten B14. Der freiwerdende Platz könnte dazu genutzt werden, eine attraktive Radverkehrsroute durch Bad Cannstatt zu führen. Auch die Aufenthaltsqualität könnte hier deutlich verbessert werden. Stattdessen durchschneidet noch immer eine überwiegend vierspurige Autoschneise den Stadtteil; und der Verkehr hat bereits wieder stark zugenommen.

Der Abschnitt zwischen der König-Karls-Brücke und dem Cannstatter Wilhelmsplatz stellt ein großes Problem dar. Vor allem im Bereich der Eisenbahnbrücke besteht Verbesserungsbedarf - der für Radfahrer freigegebene Gehweg ist unzureichend. Eine mögliche Lösung stellt die Markierung eines Schutzstreifens auf der Straße dar. Die zwei Fahrspuren für den Kfz-Verkehr würden dabei durch eine überbreite Spur ersetzt, so dass sich die Kraftfahrzeuge bei einem Rückstau weiterhin nebeneinander aufstellen könnten. Am Wilhelmsplatz wurden im Zusammenhang mit dem Umbau Abbiege- und Querungsmöglichkeiten für Radfahrer geschaffen, insbesondere von der Seelbergstraße zur Wilhelmstraße. Es wurde aber versäumt, auch für die Gegenrichtung eine fahrbare Verbindung zu schaffen. Die Querungsmöglichkeit längs der Eisenbahnstraße ist ebenfalls unzureichend.

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Im Verlauf der Waiblinger Straße, am Augsburger Platz und im unteren Teil der Nürnberger Straße fehlen Radverkehrsanlagen. Erst ab dem Abzweig Remstalstraße gibt es bergauf einen Fahrradstreifen und bergab einen Seitenstreifen. Der Platz ist vorhanden, solche Streifen in beiden Richtungen durchgängig vom Wilhelmsplatz bis zur Stadtgrenze einzurichten. Es fehlt bislang aber der politische Wille, die dafür erforderliche Fläche dem Kfz-Verkehr zu nehmen.

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Die Schmidener Straße ist per Rad derzeit nicht angenehm zu befahren. Nahe der Cannstatter Innenstadt sollte eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h eingerichtet werden, um den Radverkehr sicherer zu machen. In einem anderen Teilstück wurde hinter der Stadtbahn eine Radfahrmöglichkeit eingerichtet. Zwischen Zuckerleweg und Steinhaldenstraße wurde auf der Schmidener Straße ein Radstreifen markiert. Dieser sollte dringend weiter stadtauswärts verlängert werden. Außerdem fehlt eine durchgängige Radverkehrsverbindung von der Oberen Ziegelei nach Steinhaldenfeld und Neugereut.

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Der Radweg an der Mercedesstraße ist sehr mangelhaft: Zu Beginn ist er schmal, es folgt eine winklige Gleisquerung, danach gibt es Stellen mit schlechter Oberfläche und Engstellen. Hier könnte eine Umgestaltung des Straßenraums Abhilfe schaffen, in einem Teilabschnitt könnte eine Fahrbahn auf ein kaum mehr benutztes Straßenbahngleis verlegt werden.

Die früheren gemeinsamen Geh- und Radwege an der Löwentorstraße zwischen Hallschlag und Löwentor sind schmal und voller Hindernisse. Sie wurden daher inzwischen durchgängig als "Gehweg" mit Zusatzschild "Fahrrad frei" beschildert. Damit können es sich Radfahrer aussuchen, ob sie die Straße oder den Gehweg benutzen. Besser wäre aber ein Fahrradstreifen auf der Fahrbahn. Ein Ärgernis ist außerdem das Fahrradverbot auf der Löwentorstraße im Abschnitt unterhalb des Hallschlags.

In gutem Zustand sind die Radwege an der Pragstraße. Allerdings könnte die Anbindung an die Rosensteinbrücke in beiden Richtungen besser sein. Dringend erforderlich ist eine Weiterführung durch die Badstraße zum Wilhelmsplatz. Um Konflikte mit der Stadtbahn und dem Busverkehr zu vermeiden, ist es denkbar, für Radfahrer an der Einfahrt in die Straße eine Ampel einzurichten, die einige Zeit vor der Einfahrt einer Stadtbahn "rot" für Radfahrer anzeigt. Falls dies nicht möglich ist, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Gehweg auch für Radfahrer nutzbar zu machen. Er hat größtenteils die dafür erforderliche Breite, erst kurz vor der Haltestelle wird es ein wenig eng.

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Wichtig für den Radverkehr in Bad Cannstatt ist der Radstreifen an der Altenburger Steige. Gerade bergaufwärts sind solche Streifen sinnvoll. Vorteilhaft ist auch die "Schleuse" an der Brückenstraße im Bereich der Kreuzung mit der Neckartalstraße. Um die Route weiter zu verbessern, ist die Sperrung der Wilhelmsbrücke für den Kfz-Verkehr erforderlich. Damit würde auch für Fußgänger eine attraktive Verbindung von den westlichen Wohngebieten Bad Cannstatts zur Cannstatter Innenstadt entstehen. Die Marktstraße wird tagsüber sicherlich eine Schiebestrecke bleiben. Doch sollte es möglich sein, den Radverkehr dort außerhalb der üblichen Geschäftszeiten zu legalisieren.

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Bad Cannstatt liegt am Neckartal-Radweg. Hier sind zahlreiche Verbesserungen geplant. Eine der wichtigsten Maßnahmen um diesen Weg attraktiver zu machen ist, den Weg am rechten Neckarufer zwischen dem Karl-Benz-Platz in Untertürkheim und der Daimlerbrücke zu verbreitern. Zwei Teilabschnitte sind fertig, das noch fehlende Stück zwischen Untertürkheim und dem Daimler-Parkhaus soll 2009 folgen. Auch in den anderen Bereichen am rechten Ufer sind Verbreiterungen und Verbesserungen der Oberfläche erforderlich. Vor allem eine Trennung zwischen Rad- und Fußgängerverkehr ist dringend nötig! Zudem ist eine Beleuchtung erforderlich, dies würde auch zur Sicherheit der dort zahlreichen Schulkinder beitragen. Einen sehr attraktiven Abschnitt könnte die Hofener Straße darstellen, für die schon lange gefordert wird, sie zumindest an Wochenenden für den Kfz-Verkehr zu sperren.

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Am linken Neckarufer ist ebenfalls eine durchgehende Radverkehrsroute nötig. Am Leuzebad vorbei besteht ein hervorragend zum Rad fahren geeigneter Weg, der allerdings abgesperrt ist. Dieser sollte unbedingt geöffnet werden. In der Weiterführung ist eine Querung der Rosensteinbrücke längs des Neckars derzeit auch für Fußgänger unmöglich. Auch das sollte dringend geändert werden. An der Neckartalstraße nach Münster halten wir die Abmarkierung eines Radstreifens auf der Fahrbahn für eine sinnvolle Maßnahme; zumal der dortige Uferweg nicht attraktiv ist. In Gegenrichtung werden Radfahrer von der Pragstraße aus auf Wilhelmaseite regelrecht in eine Sackgasse geschickt: Ab der Haltestelle Wilhelma ist an der Straße ein Fahrradverbot, und der Weg in den Park ist ein reiner Gehweg.

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Die meisten Fahrradtouristen passieren Bad Cannstatt, ohne den Stadtteil wirklich gesehen zu haben. Es ist eine flächendeckende Radwegweisung nötig, die sowohl die touristischen Sehenswürdigkeiten als auch die örtliche Gastronomie und den Handel - soweit für Fahrradtouristen von Interesse - einbezieht. Auch Informationstafeln am Neckartal-Radweg sind denkbar.

Stand: Januar 2009