Login für Aktive:
6. Tag: Donnerstag 18.09.2008 - Obertal / Hochwurzen
Wetter: trocken, nach Auflösung einzelner Nebel- und Hochnebelfelder sonniges Wetter. Die Temperaturen steigen nach frischen Frühwerten merklich an.
Obertal / Hochwurzen
Am Donnerstag ist es Tradition zur Viehbergalm zu fahren. Der Heinz hat schon die ganze Zeit versucht die Almbetreiber zur Öffnung der Alm zu bewegen. Doch die Saison ist schon vorbei und heute ist da nichts los.
Angesichts der guten Wetteraussichten entscheiden wir uns den Rohrmooser Hausberg Hochwurzen, den wir wegen seiner prächtigen Aussicht schätzen anzusteuern.
Über den Ennstalradweg und die Talbachklamm fahren wir hinauf ins Obertal. Es ist noch recht frisch, doch das paßt irgendwie gut zu dieser Klamm.
Je weiter wir ins Obertal fahren, desto mehr reißt der Hochnebel auf und der blaue Himmel grüßt uns freundlich. Unser Ziel ist die Eschachalm.
Gemütlich fahren wir das Tal hinauf, dass bereits seit der Römerzeit ein Bergbaugebiet war. Die Lagerstätten in denen Silber-, Kupfererze und später auch Nickel abgebaut worden waren, lagen in einer durchschnittlichen Höhe von 2000 m.
Wodurch die Arbeit sehr schwierig und durch besonders berggewandte Knappen möglich war.
Wir sind da mehr die Spezialisten im Auffinden schöner Rastplätze.
Beim Wirt erkundigen wir uns, ob die Auffahrt zum Duisitzkarsee mit dem bike möglich ist. Er meint das sei kein Problem und wäre durchaus reizvoll. Das wäre dann vielleicht eine Idee fürs nächste Jahr.
Nachdem wir uns mit der herrlichen Herbstsonne aufgeladen haben brechen wir wieder auf. Unser Thomas nahm den Michel und Wolfgang mit und fuhr über die Variante Fastenberg zurück nach Weißenbach.
Und wir machten uns auf zu unserem Trainingshügel. Hinterm Bärnhofer suchen wir den Einstieg für den Aufstieg auf das Rohrmossplateau. Dieser Wegabschnitt gehört zum schönsten was dieses T
al hier zu bieten hat. Wir kommen an bewirtschaften Höfen vorbei und (dürfen!) teilweise durchfahren. Bergahorn säumt den Weg durch den warme Sonnenlicht fällt.
Dann kommt der krasse Gegensatz. Gerade fahren wir noch über ein Almwiese mit Blick auf den Dachstein, die Idylle pur. Ein paar Meter weiter hat der Berg ein offene Narbe, riesige Erdmassen werden mit gewaltigen Geräten bewegt. Hier entsteht mit gewaltigem Aufwand eine Skipiste.
Wie bescheiden sind da die Ansprüche, die wir Mountainbiker an die Natur haben!
kurz vor der Großbaustelle
Beim Gasthaus Waldfrieden kommen wir auf die Straße, die uns zur Mautstelle beim Gasthof Winter führt.
Ab hier beginnt die eigentliche Hochwurzen-Bergstraße. Der Tourenleiter gibt den Berg frei, jeder darf sich jetzt nach Lust und Laune verausgaben. Es wird eine Referenzzeit von 45 Minuten vorgegeben.
Mit einer mäßigen Steigung fährt man auf einer breiten Naturstraße in 13 Kehren den Berg hinauf. Wer dafür einen Blick frei hat genießt bereits bei der Auffahrt die in den Kehren ständig wechselnden Ausblicke. Nur nach oben sollte man nicht schauen. Wenn man die Hochwurzenhütte weit entfernt auf dem Berg entdeckt, wird klar, dass hier noch ordentliche Tretarbeit zu leisten ist.
Den Bergmeister werden die üblichen Verdächtigen unter sich ausgemacht haben. Der Tourenleiter kommt mit seiner Genußradlerin nach einer Stunde Auffahrt oben an.
Wer dann die gefahrenen Höhenmeter in den Beinen spürt, kann sich vorstellen wie die Beine und Lungen beim Hochwurzen-Berglauf brennen müssen. Die schnellste Teilnehmern ist Ende März in 32 Minuten diesen Berg hinaufgestürmt. Die Lydia Prugger aus Ramsau kann ja aber auch jeden Tag hier trainieren.
Für uns ist das hier dafür etwas Besonders. Zum Dank für die Anstrengung wird uns hier eine Panoramarundumsicht auf unser gesamtes Bikerevier geboten. Die glasklare Herbstluft läßt eine sehr gute Fernsicht zu. Selbst die Ursprungsalm in den Tauern ist mit bloßem Auge gut zu erkennen.
Die Tauern mit Blick ins Unter- und Obertal
Blick Richtung Steirische Kalkspitze
Nach einer ausgiebigen Pause auf der Sonnenterasse des Berggasthofes genießen wir die Abfahrt auf der Bergstraße.
Die Straße vom Rohrmoosplateau läßt enorme Abfahrtgeschwindigkeiten zu. Aus Sicherheitsgründen fahren wir gemütliche 60 km/h der Berg hinab bis wir von einem mächtigen Holztransporter jäh zum Bremsen gezwungen werden. Jetzt könnte eigentlich mal sein Mountainbike zum Einsatz bringen. Eine weite 90°-Kurve lädt zum Abkürzen über die Wiese ein. Aber wir wollen ja erstens niemanden gefährden und zweitens keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Die üblichen Verdächtigen treten mächtig an und überholen den Holztransporter in der Abfahrt. Alle anderen tuckeln gemütlich bis Schladming im „Windschatten“ hinterher.
In der Talsohle angekommen ist der Wunsch nach einem Schlenker nicht mehr sehr stark ausgeprägt. Gemeinsam rollen wir gemütlich nach Weißenbach zurück und lassen diesen schönen Tag mit den Annehmlichkeiten des Hauses ausklingen.
Tourendaten:
Gesamtlänge: 65 km
Fahrzeit: 4:30 h
Summe Steigungen/Gefälle: 1660 m
Höchster Punkt: 1821 m
[<< zurück zum 5. Tag] [zur Übersicht] [weiter zum 7.+8. Tag >>]



