Wie Bett & Bike entstand


Ins Rollen gebracht hatte das Projekt „Bett & Bike“ Anfang der 90er-Jahre Wolfgang Reiche. Der 61-Jährige fährt leidenschaftlich gerne Fahrrad, macht oft auch Mehrtagestouren, die Übernachtungen erfordern.
Viel zu häufig hatte er früher in mürrische Gesichter von Pensionsbetreibern schauen müssen, die ihm mitteilten, kein Zimmer sei mehr frei, und seine Suche nach einer Bleibe fortsetzen müssen. Wolfgang Reiche hatte genug: „Es hat mich einfach gewurmt, als Fahrradfahrer immer wieder abgelehnt zu werden.“ Er wollte etwas ändern.

Über drei Jahre lang hatte er mit dem "Fachausschuss Tourismus" des ADFC über bestimmte Kriterien diskutiert, die fahrradfreundliche Betriebe erfüllen sollten. Besonders wichtig war ihnen, dass die Betriebe Radfahrer auch nur für eine Nacht bei sich aufnehmen. Nach und nach sind sieben Kriterien entstanden - von einem ausgewogenen Frühstück über ein Werkzeugset bis hin zum Infomaterial.  Parallel zu seiner Arbeit im Fachausschuss hatte Reiche damit begonnen, die Adressen der Betriebe zu sammeln, die ihn und andere Radfahrer freundlich empfangen hatten.

1995 war schließlich ein bedeutendes Jahr für das Projekt „Rad & Bett“, wie es damals noch hieß. Denn die Null-Nummer des ersten Übernachtungsverzeichnisses mit allen Anschriften und den Kriterien wurde auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin erstmals öffentlich präsentiert. 217 Betriebe waren hier aufgelistet, das Projekt „Bett & Bike“, wie es zwei Jahre später genannt wurde, war geboren. Das Projekt wächst. Weit über zehn Jahre ist das jetzt her. Seitdem hat sich einiges geändert: Seit 1997 sind einige ADFC-Landesverbände in das Projekt eingestiegen und beraten die Gastbetriebe vor Ort.

Heute können Radfahrer in mehr als 3.000 Orten Deutschlands einen Bett & Bike-Gastgeber finden. 

© ADFC BW 2010

 

Tipps von Wolfgang Reiche für Bett & Bike-Betriebe und solche, die es werden wollen:

Das Kriterium "Werkzeug sollte vorhanden sein" bedeutet nicht, dass sich die Inhaber vor allem kleinerer Betriebe in Unkosten für eine teure Ausrüstung stürzen müssen. Eine Mindestausstattung für die erste Reparatur reicht aus - die Liste dafür gibts beim ADFC. Den Rest erledigt die nächste Werkstatt, deren Adresse der Betrieb kennen sollte.

Es genügt, eine kleine Menge von Streckenfahrplänen parat zu haben. Denn oft ist die Suche nach geeigneten Bahnverbindungen im Internet mit Umständen verbunden.

Auch bei den Trockenräumen brauchen sich die Besitzer keine großen Gedanken zu machen. Der Heizungsraum mit einer aufgespannten Leine oder ein Trockner reichen schon aus.

Die Gästefahrräder lassen sich einfach in einer verschließbaren Garage unterbringen.

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